Zum Nachschlagen
Fragen & Antworten zum SOS-System.
Hier schlägst du nach, wenn eine Frage auftaucht – vor dem Start und im Alltag. Wie das SOS-System aufgebaut ist und warum, erkläre ich auf der Seite So funktioniert’s.
Bevor du anfängst
Was bekomme ich bei „Meine Ablage“?
Eine fertige Ordnerstruktur für deine Unterlagen – als Datei zum Herunterladen. Du beantwortest ein paar kurze Fragen, ergänzt auf Wunsch deine Bank, deine Abos und die Namen deiner Kinder, und bekommst die Ordner fertig benannt. Du ziehst sie in deine Cloud oder auf deinen Rechner. Fertig.
Was ist der Unterschied zwischen SOS-System, Meine Ablage und DokSort?
Das SOS-System ist die Methode: INBOX und ARCHIV plus acht feste Bereiche für alle Unterlagen. „Meine Ablage“ baut dir daraus deine Ordner. DokSort hilft dir danach im Alltag, jedes Dokument darin einzuordnen. DokFind zeigt dir, wo du nachsehen kannst, wenn du etwas suchst.
Brauche ich einen Computer?
Am einfachsten richtest du die Ablage am Rechner ein – Mac oder Windows, mit iCloud, OneDrive oder einer anderen Cloud. Es geht auch nur mit dem iPhone; die Anleitung dafür findest du bei „Mit dem iPhone“. Mit Android richtest du die Ablage derzeit am besten am Rechner ein.
Ist das kostenlos? Muss ich mich anmelden?
Meine Ablage, DokSort und DokFind kannst du kostenlos und ohne Anmeldung im Browser nutzen. Du musst dafür weder das Buch kaufen noch den Newsletter abonnieren.
Muss ich meine Dokumente hochladen?
Du tippst das Stichwort oder den Namen des Dokuments ein. Dann beantwortest du ein paar kurze Fragen. Du musst nichts hochladen.
Funktioniert das auch für Papier?
Ja. Das ist eine Stärke des SOS-Systems: dieselbe Struktur für Papier und für digitale Dateien. DokSort zeigt dir den festen Platz; das Dokument legst du anschließend selbst ab.
Muss ich erst meinen ganzen Altbestand sortieren?
Nein. Du kannst mit neu eintreffenden Unterlagen anfangen und ältere Dokumente nach und nach einordnen.
Wann erscheinen das Buch und das Starterpaket?
Beides ist in Vorbereitung. Ein Erscheinungstermin steht hier noch nicht fest. Neuigkeiten erhältst du über den Newsletter.
Anfangen
Womit fange ich am besten an?
Du fängst einfach an. Im Wortsinne. Mit dem, was du gerade erblickst und was du schon immer weglegen wolltest, weil du – aus Gründen – damit noch etwas vorhast, dir nicht sicher bist oder glaubst, es behalten zu müssen. Oder dem, was gerade mit der Tagespost angekommen ist oder in deinem E-Mail-Postfach ganz oben liegt.
Wenn du es noch nicht gemacht hast, schaffe deine zukünftige Ordnerstruktur digital mit dem Helferlein „Meine Ablage“. Wenn es sich um Papier handelt, nutze vorhandene Ablage-Orte oder dein persönliches SOS-Papier-System, das du bereits besitzt.
Verschiebe die Datei oder lege das Dokument an seinen Platz, fertig.
Du musst dich nicht um ältere Stapel kümmern, wenn dir das zu viel ist oder es gerade nicht passt. Das räumst du später in kleinen Portionen weg, wenn das neue System bei dir schon läuft.
Muss ich alle Bereiche und Unterordner anlegen, die das SOS-System kennt?
Nein. Das SOS-System ist vorbereitet auf alle Lebenslagen und kennt deshalb viele Erweiterungen. Aber nicht jeder braucht alles. Die acht Bereiche 01 bis 08 sind die Grundstruktur, sonst gäbe es Lücken, aber die Unterordner richten sich nach deinem Leben. Wer kaum Verträge hat, braucht keine aufwendigen Vertragsfächer. Wer nichts vermietet, muss das auch nicht verwalten. „Meine Ablage“ fragt dich am Anfang danach und legt dann nur an, was zu deinen Antworten passt. Du kannst es später problemlos erweitern.
Was ist, wenn mein Leben sich ändert – Kind, Wohnung, Auto?
Ein Leben ist kein statisches Ereignis, sonst hieße es „Tod“. Wenn sich also etwas bei dir ändert, weil etwas dazukommt, legst du die entsprechenden Ordner an. Wachsen heißt im SOS-System: dazulegen, nicht umräumen.
Es gibt aber wie immer im Leben zwei Ausnahmen:
- etwas ist für dich nicht mehr relevant – dann wirf es weg, entsorge es, schmeiß es raus.
- du brauchst es nicht mehr, aber aus irgendeinem Grund sollte es noch eine Zeit lang aufbewahrt werden – dann tue es in das ARCHIV (09), denn dafür ist es da.
Die INBOX
Wie oft sollte ich die INBOX leeren?
Zunächst: Die INBOX ist je nachdem dein fester Ort zuhause (physisch) oder einfach dein üblicher Nachrichten-Kanal, und davon gibt es ja in der Regel auch mehrere.
Trotzdem ist es gut, da regelmäßig einmal durchzukehren, mit anderen Worten:
- anschauen,
- behalten ja/nein
- nach Möglichkeit wegräumen
Am Ende ist in einer besseren Welt der Eingang (die INBOX) leer. Wenn es klappt. Wenn es nicht klappt, hast du dir vielleicht gerade bei den E-Mails wenigstens die wichtigsten angeschaut und dich für Handlungen entschieden.
Die erste Entscheidung ist ja auch nur:
„Hat das was mit mir zu tun und könnte ich das nochmal brauchen (müssen)?“
Ja – Nein.
Es sind nur zwei Möglichkeiten, wie du entscheiden kannst, und wenn du dir unsicher bist, behältst du es eben erstmal.
Wenn dir Entscheidungen schwerfallen, sei freundlich zu dir und mache das, was geht. Das ist ja auch schon mal was.
Es gibt jedenfalls keine Pflicht.
Gut ist es, wenn du die INBOX freihalten kannst, damit du neuen Eingang erkennst, das hilft sehr.
Denn von der Idee her ist die INBOX ein Durchgang, kein Dauerplatz.
Wenn es nicht so gut klappt bei dir, weil du dich noch daran gewöhnen möchtest, zeige ich dir hier bald Notlösungen.
Was mache ich, wenn ich nicht weiß, wohin ein Dokument gehört?
Der bessere Platz statt „irgendwo rumliegen lassen“ ist: die INBOX. Das ist kein Fehler, sondern hilft dir, Unentschiedenes sichtbar zu machen. Danach fragst du DokSort oder direkt den KI-Dolmetscher, indem du das Dokument beschreibst. Dann nennen dir die Helferlein den Platz. Bleibt es immer noch unklar, darf es in der INBOX liegen, bis du weißt, wofür du es brauchst.
Darf ich ein Dokument gleich wegwerfen?
Natürlich, und das ist sogar gut. Denn wenn es nichts mit dir zu tun hat und dich nicht interessiert, dann darfst du es sofort mit Genuss aus deinem Leben werfen: Werbung, Beilagen, alles, was doppelt ist.
Manchmal hilft dir auch der Zaubertrick mit der „Zwei-Minuten-Regel“: Kannst du die Sache in zwei Minuten erledigen und das Dokument dann entsorgen? Dann ist das schneller, als den Ablageort zu suchen und dir die Aufgabe einzutragen.
Ablegen im Alltag
Wie benenne ich Dateien?
Das SOS-System lebt davon, dass man Informationen wiederfindet. Das Datum ist dabei eine sehr klare Information. Deshalb, und weil man damit so gut sortieren kann, steht es IMMER vorn, und zwar „rückwärts“, also Jahr-Monat-Tag oder so, wie es das Dokument erfordert:
2026_Lohnsteuerbescheinigung2026-03_Nebenkostenabrechnung2026-03-15_Rechnung_Kühlschrank
Ein Monat ohne Tag bleibt ein Monat ohne Tag – du erfindest keinen. So sortieren sich deine Dateien in jedem Ordner von selbst nach der Zeit. Bei allem, was ans Finanzamt geht, steht das Steuerjahr vorn, nicht das Datum, an dem das Papier kam.
Was mache ich mit E-Mails?
Die E-Mail hat häufig zwei Teile: das Anschreiben (der E-Mail-Text) und die Anlage. Du legst das ab, was verbindlich ist, und das ist in der Regel der Anhang als PDF und nicht die Mail: die Rechnung als PDF, den Vertrag als PDF, die Buchungsbestätigung als PDF. Speichere den Anhang oder drucke die Mail als PDF und lege die Datei an ihren festen Platz. Die Mail selbst darf im Postfach bleiben oder kommt direkt weg.
Darf ich ein Dokument an zwei Orten ablegen?
Nein. Jedes Dokument hat einen festen Platz, keine Kopien, keine Doppelablage. Gehören zwei Dokumente zusammen, bleiben sie als Paar an einem Ort – die Arztrechnung und die Erstattungsabrechnung dazu liegen zusammen bei den Ausgaben. Wo das SOS-System zwei gleichermaßen mögliche „richtige“ Orte kennt, nennt DokSort dir beide, und du entscheidest dich für den, der dir besser zusagt. Das kommt nicht sehr häufig vor, und tatsächlich ist es so: wenn du dich einmal „so“ entschieden hast, wirst du beim zweiten Mal nach aller Wahrscheinlichkeit wieder „so“ entscheiden, also passt das für dich so besser.
Mein Hobby ist über mehrere Bereiche verteilt – ist das nicht unpraktisch?
Auf den ersten Blick schon. Nimm zum Beispiel ein Instrument, das du spielst: Du nimmst Unterricht, sammelst Noten aus dem Internet, spielst in einer Band und bekommst ab und zu eine Gage. Im SOS-System liegt das an mehreren Orten:
- Noten und alles, was du über dein Instrument sammelst, im Wissensspeicher (05), in einem eigenen Ordner
- das Material aus dem Unterricht bei 25 „Lernen mit Struktur“, solange du lernst
- der monatliche Beitrag für den Unterricht bei IDA (33_c), weil der Unterricht erst endet, wenn du kündigst
- die Rechnung für das Instrument bei den freien Ausgaben (32), die Gage bei den Einnahmen (31)
- die Absprachen mit der Band bei 44 „Arbeit“ – genau wie die Papiere zu deinem Job
- die Fotos vom Auftritt bei den Erinnerungen (06)
Das ist Absicht. Das SOS-System ordnet nach der Art eines Dokuments. Die Art sagt den Bereich. Was gerade damit zu tun ist, sagt den Ordner.
Der Vorteil zeigt sich, wenn du etwas suchst. Du suchst selten „alles zum Instrument“. Du suchst die Rechnung, weil das Instrument kaputt ist. Oder die Noten zu einem Song. Oder die Gagen für deine Steuererklärung. Für jede dieser Fragen gibt es genau einen Ort.
Hättest du einen einzigen Ordner für alles rund um dein Instrument, müsstest du die Belege für die Steuererklärung dort erst wieder heraussuchen. Und bei jedem neuen Dokument stündest du vor der Frage: Gehört das zum Instrument oder zum Geld? Diese Entscheidung nimmt dir das SOS-System ab.
Willst du doch einmal alles zu einem Thema sehen, gib den Dateien dasselbe Stichwort, zum Beispiel den Namen deines Instruments. Dann zeigt dir die Suche auf dem Rechner oder Handy alles auf einmal – ohne eine einzige Kopie.
Kurz gesagt: Ein Thema hat viele Seiten. Jedes Dokument hat einen Platz.
Was mache ich mit Kassenbons?
Das Wichtigste bei Kassenbons ist die Erfassung der Ausgabe in deiner „Ausgaben-App“ (das erkläre ich später im SOS-Modul „Finanzen“).
Ansonsten dürfen die meisten kleinen Zettel direkt weg, sobald du die Ware hast und sie in Ordnung ist. Ich persönlich sammele diese Bons trotzdem („man weiß ja nie“) in Briefumschlägen, wo ich außen den Monat und das Jahr aufschreibe. Sollte ich den Beleg in einem von 100 Fällen dann doch noch brauchen (kleiner Fall von Gewährleistung oder Erinnerung „was habe ich wo erworben“), könnte ich ihn wiederfinden.
Was du als Nachweis brauchst, weil es teuer war, eine Garantie hat oder in die Steuererklärung kommt (Merkspruch „3 G“: Groß im Betrag, Groß in Bedeutung oder Groß im Format), legst du in der Geldbox bei den freien Ausgaben ab – alles mit Bezug zur künftigen Steuererklärung bei 32_a, ansonsten bei 32_b (Wenn dich die Zahlen und Buchstaben verwirren – vergiss es einfach. Sie helfen dir aber, wenn du eine größere Menge an Belegen verwalten musst).
Wo lege ich Dinge ab, die ich nur kurz brauche?
Kleine Infos, die bald wieder verschwinden – die Empfehlung für heute Nachmittag, die Adresse fürs Treffen – kommen in 01_Cockpit und dort zu 15_„Bald gebraucht“. Danach weg. Das Cockpit ist der Bereich für alles, womit du die nächsten Tage überstehst und was gerade deine Aufmerksamkeit erfordert.
Papier und digital
Muss ich wirklich an vier Orten dieselbe Struktur anlegen?
Das SOS-System ist eine Idee, die an allen Stellen gelten soll, wo man überhaupt Dateien etc. ablegen kann.
Aber es stimmt, dass nicht jede Ablageform überall gut passt.
Das Cockpit hilft dir, den Alltag zu bewältigen. Da sind es oft Notizen und Zettel, die dich weiterbringen, keine großen Dokumente. Die Geldbox ist dagegen ein Ort, der von „richtigen“ Dokumenten lebt. Fotos kann man physisch in Fotobüchern zusammenfassen, auf dem Handy haben oder natürlich in größerer Zahl auch als Backup in einer Cloud. Wenn man es strukturieren möchte, um sicher zu sein, „dasjenige welche“, worum es gerade geht, wiederzufinden, sollte man die Ablageorte eindeutig erkennen können. Wenn Erinnerungen (und dazu gehören Fotos in der Regel) nicht nur in deinem Kopf sein sollen, sondern auch strukturiert auffindbar, dann macht es Sinn, diese immer mit „06“ zu verbinden (der Ziffer für den Bereich „Erinnerungen & Emotion“, Kurzfassung: Erinnerungen). Mit dieser Zahl im Kopf weißt du, dass dort deine Fotos zu liegen kommen, entweder ganz einfach in Jahresordnern zusammengefasst, oder bereits nach Ereignissen, Orten oder Personen aufgeteilt.
Entscheidend ist: da, wo DU ablegst, sollten die Bereiche des SOS-Systems vorhanden sein; das erleichtert dir die Ordnung sehr.
Vergleiche es mit Artikeln für das Badezimmer: natürlich kannst du die auch auf dem Schreibtisch oder in der Küche lagern – aber wenn du sie suchen würdest, würdest du sie im Bad suchen.
Zusammengefasst: Wo immer du ablegst, gilt dieselbe Ordnung mit denselben Bereichen und Namen. Das ist der große Vorteil am SOS-System: Du musst dir nur ein System merken, das aber überall gilt.
Was kommt auf Papier, was digital?
Das entscheidet meist das Dokument selbst: Was als Brief kommt, kann Papier bleiben, wenn du nicht sehr stark auf Digitales setzt; was als PDF kommt, ist schon digital und muss nicht zu Papier werden.
Das SOS-System verlangt nicht, dass du etwas abfotografierst oder ausdruckst, nur, damit es „ins System“ passt. Auf Papier reicht am Anfang oft eine Mappe pro Thema, zum Beispiel eine Mappe „Wohnen“ – die Unterteilung wächst mit dem Inhalt.
Welche Mappen und Farben brauche ich für die Papierablage?
Das SOS-System arbeitet mit den Papiermappen der Firmen Mappei und Classei, die mit Reitern beklebt werden. Alternativ kannst du heften und mit Trennstreifen trennen, allerdings bin ich relativ allergisch, was diese Form der Papierablage betrifft, weil es meistens zu viel Aufwand bedeutet, im Verhältnis zum Ertrag, die Dokumente vor allem wegzulegen.
Jeder Bereich hat eine Farbe: INBOX und ARCHIV sind langweilig hellgrau, 01 Cockpit hellrot, 02 Projekte weiß, 03 Geldbox grün, 04 Regal-Ablage hellblau, 05 Wissensspeicher weiß, 06 Erinnerungen orange, 07 Person gelb, 08 Verantwortung violett.
Die Farbe Weiß ist auch geeignet, wenn du dir unsicher bist oder gerade keine Farbe zur Hand ist. Für Gebrauchsanweisungen und die Ablage von Schul- und Studien-Lernmaterial hat sich auch ein Schuhkarton oder ein Stehsammler im Regal bewährt.
Cockpit und Aufgaben
Was gehört ins Cockpit – und was nicht?
Ins Cockpit (01) gehört, was gerade deine Aufmerksamkeit braucht: Tagesnotizen, Dringendes, offene Rechnungen, Dinge, auf die du wartest, und Unterlagen, die du wirklich bald brauchst. Nicht ins Cockpit gehört alles, was erledigt ist – das wandert an seinen festen Platz in einem der anderen Bereiche.
Ersetzt das SOS-System meine Aufgaben-App oder meinen Kalender?
Nein. Das SOS-System ist im Kern keine Aufgaben-App. Es gibt Dokumenten einen Platz, auf die du zugreifst, wenn du sie von der Aufgabe her oder wegen eines Termins benötigst. Wann du etwas erledigst, steuert deine Aufgaben-App bzw. dein Kalender.
Wann gehört etwas nach „Warten auf“?
„Warten auf“ ist ja ein passiver Moment, denn du kannst nichts selbst machen: jemand anderes ist dran: eine Antwort geben, eine Lieferung an dich senden, eine Erstattung zahlen, eine Reparatur durchführen.
Und wenn zu diesem „Warten auf“ irgendein Dokument gehört, zum Beispiel Rechnungen für eine Erstattung oder der Abholzettel vom Schuster, dann weißt du ab jetzt, wo du das findest: im Cockpit bei 14 „Warten auf“.
Eine Wiedervorlage für dich selbst ist kein „Warten auf“: Das Dokument kommt an seinen Sachplatz, die Erinnerung in die Aufgaben-App bzw. den Kalender.
Geldbox
Wohin kommt eine Rechnung – ins Cockpit oder in die Geldbox?
Das kommt darauf an, ob noch etwas zu tun ist: Solange du die Rechnung noch bezahlen musst, ist sie offen und liegt im Cockpit bei 12 „Dringend“ (wenn du nur wenige Rechnungen hast) oder 13 „Offene Rechnungen“. Nach der Zahlung wird sie zum Beleg und wandert in die Geldbox: Steuerrelevantes nach 32_a, große Belege nach 32_b, kleine Belege nach 32_c oder in den Müll. DokSort hilft dir dabei.
Was mache ich mit Kontoauszügen?
Kontoauszüge haben ein eigenes Fach: 36. Weil Kontoauszüge nicht „Verträge“ sind, sondern einfach nur eine Abbildung deiner Geldströme.
Die Gründe für die Zahlungen werden in den anderen Fächern der Geldbox erfasst. Digitale Auszüge kommen als PDF nach 36, in Papierform findest du unter 36 deine Vertragsunterlagen von der Bank sowie die Schreiben der Banken zu den Konten und Karten.
Wie lege ich Verträge ab?
Ein Ordner je Vertrag, benannt nach dem Vertragspartner: „Netflix“, „Stadtwerke“, „Sparkasse_Giro“. Bei Steuern und Abgaben heißt der Ordner nach der Art der Abgabe: „Hundesteuer“, nicht „Gemeinde“. Die festen Ausgaben (33) sind in drei Gruppen aufgeteilt: Wohnen, Fahrzeuge und alles Übrige wie Abos und Mitgliedschaften (ich habe sie „IDA“ genannt: „Individuelle Dauer-Ausgaben“, weil das bei jedem Menschen total individuell ist).
Woran erkenne ich, ob etwas zu IDA oder zu den freien Ausgaben gehört?
An einer einfachen Frage: Musst du die Zahlung typischerweise kündigen oder abmelden, damit sie endet?
- Ja – dann gehört sie zu IDA (33_c), ein Ordner je Vertragspartner: Abos, Mitgliedschaften, Vereinsbeiträge, die Hundesteuer oder Unterricht mit monatlichem Beitrag.
- Nein, sie endet von selbst – dann ist es eine freie Ausgabe (32). Das gilt für jeden einzelnen Kauf und für einen Kurs mit festem Ende, etwa an der Volkshochschule.
Manchmal musst du nicht kündigen, und trotzdem endet die Zahlung nicht von selbst. Auch dann gehört sie zu IDA:
- wenn du kraft Gesetzes zur Zahlung verpflichtet bist, zum Beispiel beim Unterhalt
- wenn du langfristig jemanden regelmäßig unterstützt, solange du das möchtest, zum Beispiel mit einer Patenschaft oder mit monatlichen oder jährlichen Unterstützer-Spenden und -Beiträgen
Das Gemeinsame: Bei der ersten Zahlung weißt du noch nicht, wann die letzte sein wird.
Daran erkennst du auch, wohin ein Kurs gehört. Die Unterlagen, mit denen du lernst, liegen in beiden Fällen bei 25 „Lernen mit Struktur“.
Miete, Strom, alles rund ums Fahrzeug, Versicherungen und Kredite haben eigene Fächer (33_a, 33_b, 34). Die Frage brauchst du nur für alles Übrige.
Wachsen und Jahreswechsel
Was passiert am Jahresende?
Einmal im Januar räumst du die Jahrgangsfächer der Geldbox ins Geld-Archiv: Einnahmen (31), freie Ausgaben (32) und Kontoauszüge (36) des alten Jahres. Der Geld-Archiv-Jahresordner trägt die Jahreszahl vorn, zum Beispiel 2026_Geld-Archiv. Deine Arbeitsordner werden nie umbenannt, nur geleert. Bescheide, die über das Jahr hinaus gelten – der laufende Rentenbescheid, der Kindergeld-Bescheid –, bleiben bei den Einnahmen, bis ein neuer kommt.
Wie lange muss ich Unterlagen aufbewahren?
Für Privatpersonen gibt es – bis auf wenige Ausnahmen – tatsächlich keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten. Was du aufhebst, entscheidest du. Das SOS-System schreibt dir nicht vor, was bleibt; es sorgt dafür, dass alles, was du behältst, einen festen Platz hat und du in ein paar Jahren leicht entscheiden kannst, was weg kann. Was du nur für den Fall der Fälle behältst, gehört ins ARCHIV (09).
Die wichtigste Ausnahme betrifft Rechnungen für Arbeiten an deiner Wohnung, deinem Haus oder deinem Grundstück, zum Beispiel vom Handwerker, vom Gärtner oder von der Reinigungsfirma (musst du dir jetzt nicht merken): Diese Rechnungen musst du zwei Jahre aufbewahren, gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem die Rechnung ausgestellt wurde. Das gilt immer, auch wenn du sie nicht für die Steuererklärung verwendest. Wer die Arbeit erledigt, muss dich auf der Rechnung darauf hinweisen. Eine weitere Ausnahme gilt nur für Menschen mit sehr hohen Einkünften (mehr als 500.000 Euro im Jahr).
Mein „Trick“ lautet deshalb: alles einfach 10 Jahre sammeln, wenn man sich unsicher ist – 10 Jahre später hat man ein gutes Verständnis dafür, ob etwas weg muss oder noch bleiben soll.
Notfall, Sicherung und Grenzen
Was ist der Notfall-Ordner?
Bereich 07 „Person“. Dort liegt das Wichtigste, was dich ausweist und nachweist: Ausweise, Urkunden, Zeugnisse, Berechtigungen, Testament und Vollmachten bei 71, Impfausweis, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung bei 74 „Gesundheit“. Im Ernstfall muss jemand anderes diesen Ordner finden und verstehen können. Deshalb liegt er immer an derselben Stelle.
Wie sichere ich meine digitale Ablage?
Regelmäßig und außerhalb deiner Geräte solltest du eine Kopie deiner Ordner auf einem USB-Stick oder einer externen Festplatte schaffen, zusätzlich zur Cloud. Zum Buch wird ein USB-Stick gehören, den du dafür verwenden kannst. Das ist aber nur eine ganz einfache Sicherung, besser ist es, mehrere Sicherungen zu haben.
Idealerweise trägst du dir einen festen Rhythmus in deine Aufgaben-App oder deinen Kalender ein. Weil die Struktur überall gleich ist, kopierst du einfach den ganzen Ordner – ohne nachzudenken, was wichtig ist.
Kann ich das SOS-System auch für die Unterlagen meiner Kinder oder meines Partners nutzen?
Ja, über den Bereich 08 „Verantwortung“. Dort bekommt jede Person, um die du dich kümmerst, einen eigenen Ordner mit einem kleinen SOS-System darin. Das SOS-System gilt immer für eine Person. Sobald jemand alt genug ist, sich selbst zu verwalten, baut er sein eigenes.
Was gehört nicht ins SOS-System?
Firmen- und Geschäftsunterlagen – das SOS-System verwaltet die private Ablage. Die Ordnung von Dingen in Räumen und Schränken ist ebenfalls nicht Teil des SOS-Systems; dafür kommt später ein eigener SOS-Helfer. Und Aufgaben mit Terminen gehören in die Aufgaben-App bzw. den Kalender.
Deine Frage ist nicht dabei? Schreib mir an hallo@sos-system.de.
Und jetzt?
Du weißt jetzt, wie es geht.
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